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Energie-Discounter im Fokus: Der Neukundenbonus, der keiner ist

Das klingt doch nach einem unschlagbaren Angebot: Den Stromanbieter wechseln und nicht nur monatlich Geld sparen, sondern auch noch einen Neukundenbonus erhalten. Also erstmal Geld bekommen statt zahlen? Klingt toll! Das dachten sich auch viele Kunden bekannter Energiediscounter die bei einschlägigen Vergleichsportalen ganz weit oben gelistet waren. Sie schlossen einen Vertrag ab. Ihren Bonus haben die meisten Kunden allerdings nie bekommen. Zahlreiche Verbraucher wendeten sich in Ihrer Verzweiflung an die Verbraucherzentrale, die Marktwächter Energie und andere Verbraucherschutz-Stellen. Denn sie warteten vergeblich auf ihre Guthaben und Boni. Und das ist kein einfaches Fehlverhalten oder Vergesslichkeit, sondern Masche. Neukundenboni werden ausgelobt – aber nie gezahlt. Die Begründungen sind vielfältig.

Mindestvertragslaufzeit nicht eingehalten

Der Neukundenbonus wird – anders als der Sofortbonus – meist nach Ablauf von einem Jahr von der Jahresabrechnung abgezogen. Kündigt der Kunde den Vertrag zum Ende der Laufzeit, beispielsweise zum 31. Dezember, bestätigt der Energiediscounter die Kündigung bereits zum 30. Dezember. Die Bonuszahlung entfällt mit der Begründung: Mindestvertragslaufzeit nicht eingehalten – ein Tag fehlt.

Bonus gilt nur für bestimmte Berufsgruppen

Eine andere Begründung für die Nichtauszahlung: In den Geschäftsbedingungen ist verankert, dass der Bonus nur an bestimmte Berufsgruppen wie Freiberufler ausgezahlt wird. Das trifft auf die meisten Kunden nicht zu und die Bonuszahlung entfällt.

Bonus gilt nur für Neukunden einer ganzen Unternehmensgruppe

Begründung Nummer drei: Der Vorversorger des Kunden gehört zur gleichen Unternehmensgruppe. Das weiß der Kunde zwar nicht, ist für die Energiediscounter aber Grund genug, den Bonus nicht auszuzahlen. Schließlich handelt es sich bei dem Kunden ja nicht um einen „neuen“ Kunden der Unternehmensgruppe.

 

Bei einigen Energiediscountern ging diese Strategie am Ende nicht auf. Sie mussten Insolvenz anmelden. Sämtliche Kunden fielen daraufhin in die so genannte Ersatzversorgung ihres örtlichen Grundversorgers. Aufgefangen wurden sie also durch seriöse Anbieter, die ihre Kunden nicht durch Grauzonen ziehen und abzocken. Die kosten vielleicht manchmal ein paar Cent mehr, agieren aber fair und ehrlich. Und: Sie stehen nicht mit einem Fuß in der Pleite.

Im nächsten Artikel gibt‘s Trick Nummer 4: Die Mindermengenstrategie

Artikel aus der Serie „Energie-Discounter im Fokus: Die Tricks und Kniffe der Schwarzen Schafe"

Corinna Sörensen

Marketingmanagerin

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